Die BJEM 2024 ist vorbei - die qualifizierten Kinder stehen fest!

Zum ersten Mal seit langer Zeit fand die Bremer Jugend-Einzelmeisterschaft (BJEM) mal wieder in Bremerhaven statt. Dies hat Peter Frei (Bremerhavener Schachgesellschaft) bereits 12 Monate zuvor frühzeitig in die Wege geleitet. Zunächst gab es einige skeptische Stimmen („Das wäre ja schon sehr weit weg“). Schlussendlich haben aber dann auch alle Vereine beigepflichtet, dass Bremerhaven selbstverständlich ebenso wie alle anderen Vereine halt zum Landesschachbund Bremen dazu gehört und es auch einfach mal wieder an der Zeit wäre, diese Meisterschaft in Bremerhaven auszutragen. Und schließlich müssten die Bremerhavener sonst halt auch den gleichen langen Weg auf sich nehmen. Etwas Unbehagen bereitete allerdings die unglückliche verkehrstechnische Lage, dass die A27 zu dieser Zeit teilweise gesperrt war und die Bahn derzeit auch alles andere als verlässlich ist. Schlussendlich haben es aber alle Kinder, Eltern und Betreuer geschafft den Turnierort pünktlich aufzusuchen.

Und eben dieser wurde hoch gelobt. Die Spielstätte mit großem Aufenthaltsraum mit Tischtennisplatte, mehreren Tischkickern und vielen Tischen mitsamt ausreichend Analysebrettern war ideal für ein solches großes Jugendturnier. Die Unterteilung in drei Spielsääle, welche ausreichend vom großen Freizeitbereich entfernt lagen, sorgte für eine entspannte Atmosphäre bei den Spielen. Dies sorgte für eine tolle entspannte Stimmung bei allen Beteiligten. Hierfür sorgte auch das äußerst freundliche Personal des Freizi-Treffs. So waren sich so ziemlich alle einig, dass dieser Spielort auch zukünftig wieder für eine Austragung sehr wohl in Betracht käme.

Nun denn: die Anmeldezahlen fielen zwar vielleicht etwas geringer aus als in den Vorjahren – trotz mittlerweile mehr in Bremer Vereinen Schach spielender Kiddies – jedoch sind 63 teilnehmde Jugendliche auch schon ganz ordentlich! Sehr erfreulich waren die Anmeldezahlen vor allem im U8-Bereich, wo gleich acht Kinder daran teilnahmen. Und es hätten hier durchaus deutlich mehr sein können. Allerdings schreckte hier das erstaunlich hohe Spielniveau (fünf von acht Kindern hatten eine DWZ von 830 und höher!) Anfänger ab.

Ein Anfänger-Turnier (Rookies), welches Pieter Deutschmann (TuS Varrel) souverän ohne Punktabgabe gewann, gab es immerhin für die älteren. Dies ist durch das gut angenommene Ersatzspieler-Turnier bei den Jugend- und U12-Mannschaftsmeisterschaften, welches Claas Rockmann-Buchterkirche erfolgreich etabliert hat, inspiriert worden. Im Nachhinein wäre wohl auch für die jüngeren ein solches Turnier angebracht gewesen und hätte womöglich noch etwas höhere Anmeldezahlen beschert.

In der U8 setzte sich Edwin Wachtel vom SK Bremen-Nord beeindruckender Weise klar ohne Punktverlust gegen die dennoch starke Konkurrenz durch. Chapeau! Ein Spaziergang war es allerdings auch für ihn nicht. Die meisten seiner Spiele mussten lange und beharrlich ausgekämpft werden.

Auch in der U10 setzte sich ein Bremen-Norder durch. Der noch DWZ-lose William Kandorra zeigte, dass er alles andere als ein Neuling ist und spielte die teilweise sehr erfahrene Konkurrenz schwindelig. Auch seine Schwester Shirley qualifzierte sich als Viezmeisterin ihrer Altersklasse im Stichkampf gegen Arvelyn Gemilang. Vor ihr war nur noch Milav Elalo (Findorffer SF). Das sich mal jemand aus Findorff für die DEM qualifiziert hat, ist dann doch schon etwas länger her. Große Spannung gab es im Stichkampf um den zweiten Qualifikationsplatz zwischen Fabian Borchers (Werder Bremen) und Moritz Romberg (TV Eiche Horn). Nach zwei Remis in ihren Schnellschachpartie folgten zwei weitere Remise in den folgenden Blitzpartien. Dabei zeigten beide wenige Anspannung. Im Gegenteil: Sie schienen es zu genießen weiterhin noch etwas Schach spielen zu dürfen und kommentierten sogar lässig all ihre Züge. Das wirkte für einen Stichkampf leicht ungewöhnlich, aber es wurde so großes Entertainment geboten. Am Ende gab es mit Moritz dann doch einen Sieger. Auch hier: Wann gab es das letzte Mal einen Qualifikanten aus Horn?

Richtig spannend war es in der U12, wo am Ende vier Spieler mit fünfeinhalb Punkten an der Spitze standen. Hier gab es ein Stichkampfturnier, bei dem Tim Zimmer und Joshua Grabowski (beide Werder Bremen) sich gegen die Mitstreiter Henry Engelhaupt (Werder) und Nikita Wander (Delmenhorster SK) durchsetzen konnten.  Mit vier Punkten qualifizierte sich Nayla Döscher (SK Bremen Nord) als bestes Mädchen.

In der U14 spielte Felix Kleinschmidt (SK Bremen Nord) ein bärenstarkes Turnier. Am Turniersieger Ture Jablonski (Werder Bremen) kam aber auch er nicht vorbei. Liz Eitel qualifizierte sich für die Alterklasse U14w.

Deutlich klarere Verhältnisse dann allerdings in der U16 und U18. Hier ließen Finn Helms (U16) und Max Weidenhöfer (U18) (beide Werder Bremen) keinen Zweifel an ihrer glasklaren Favoritenrolle. Der Rest der U16-Begegnungen war allerdings sehr spannend. So konnten alle Jugendlichen in ihren fünf Spielen zumindest einen Punkt mitnehmen. Elina Rabe (Delmenhorster SK) darf dieses Jahr in Willingen in der U16w starten.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle ganz besonders der große Sportsgeist, den die Spieler Giulio Abreu, Tom Rehpenn und Phoenix Schrage in der U18 zeigten. Max Weidenhöfer sollte bei seinem Verein unbedingt in der Oberliga eingesetzt werden. So verschoben die Jugendlichen in gemeinsamer Absprache mit dem Turnierleiter die zweite und dritte Runde auf Montag und verzichteten auf eine mögliche Doppelrunde. Auch auf die akute Erkrankung von Max am Montag in der letzten Runde reagierte der bis dahin noch punktverlustfreie Giulio sehr cool und bot Max einen Alternativtermin an.

 

BJEM_2024_Endtabellen.pdf